Naturheilverfahren
Mit dem Begriff
Naturheilverfahren bezeichnet man ein Behandlungskonzept, welches die körpereigenen
Selbstheilungskräfte anregen soll und dazu - hauptsächlich in der Natur vorkommende - Mittel und Reize verwendet, wie beispielsweise Sonne, Licht, Bewegung, Luft, Ruhe, Wasser, Erde, Atmung, aber auch die Gedanken, Willensvorgänge und Gefühle. Teilweise werden bei der
Naturheilkunde auch "natürliche" Arzneimittel verwendet - vor allem Heilpflanzen.
Das
Naturheilverfahren zählt zu der Kategorie der
Alternativmedizin und im engeren Sinne zu der Komplementärmedizin, sie ist also eine Medizin, die wissenschaftlich nicht anerkannt wurde und die Schulmedizin ergänzen soll. Verbreitung findet die
Naturheilkunde vor allem in der niedergelassenen Ärzteschaft und in der Rehabilitationsmedizin.
Naturheilkunde ist in Deutschland sehr beliebt - nach einer Umfrage würden sich 73 Prozent der Bevölkerung gern mit dem
Naturheilverfahren behandeln lassen.
Die Geschichte des Naturheilverfahrens
Im antiken Verständnis sah man die Natur selbst als Heilkraft und als Lebenskraft. Ein Patient wurde somit durch die Natur gesund, ein Arzt war nur der Behandler, nicht aber der Heiler. Die
Naturheilkunde war bis ins 19. Jahrhundert nicht von der wissenschaftlichen Medizin getrennt und
natürliche Heilmethoden Bestandteil jeder Therapie.
Auch mit der Entwicklung der heutigen Schulmedizin fand die
Naturheilkunde noch viele Anhänger, vor allem im Bürgertum und in der Arbeiterschaft. Um 1900 entwickelten sich viele Naturheilvereine und Kneippgesellschaften. Später griff auch das NS-Regime die
Naturheilkunde auf und versuchte daraus die "Neue Deutsche Heilkunde" zu begründen.
Das Naturheilverfahren
Zu den Heilverfahren der klassischen
Naturheilkunde zählt man folgende Verfahren:
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Hydrotherapie und
Balneotherapie: Diese beiden Verfahren arbeiten mit Wasser. Bei der
Hydrotherapie verwendet man Wasser zur Behandlung von Beschwerden, zur Abhärtung, Vorbeugung oder zur Regeneration. Größtenteils funktioniert die Therapie hier über den Temperaturreiz des Wassers. Der
Naturheilkundler verwendet dabei sowohl Wasser, Eis und auch Dampf. Bei der
Balneotherapie hingegen kommen insbesondere Heilquellen und Heilgase zum Einsatz.
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Diätetik: Im
Naturheilverfahren spielt auch die Ernährungslehre eine wichtige Rolle. Die
Diätetik kann beispielsweise durch eine dem Krankheitsbild angepasste Diät die Behandlung der
Naturheilkunde unterstützen. In der
Diätetik verwendet man beispielsweise Rohkost, Trennkost oder Vegetarismus.
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Ordnungstherapie: Diese Therapiemethode soll eine ausgewogene Lebensführung schaffen, bei der sich der Patient im Einklang mit der Natur befindet.
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Phytotherapie:
Phytotherapie bezeichnet den Einsatz von Heilpflanzen als Arzneimittel. In der
Naturheilkunde kommen oft
pflanzliche Heilmittel zusammen mit anderen Therapiemaßnahmen zum Einsatz.
Zum
Naturheilverfahren zählt man oft auch andere Heilmethoden aus der
Alternativmedizin, wie beispielsweise Homöopathie (in der man Krankheiten durch den Grundsatz "Ähnliches mit Ähnliches" heilt), die Traditionelle Chinesische Medizin (beispielsweise Akupunktur und Arzneitherapie), Ayurvedische Medizin (die traditionelle indische Heilkunst) und Anthroposophische Medizin.