Rechtsanwalt Tätigkeitsschwerpunkt Schuldnerberatung
Was bedeutet Schuldnerberatung
Eine
Schuldnerberatung (auch
Schuldenberatung) ist eine Beratungsstelle, die Menschen mit finanziellen Problemen psychosoziale, finanzielle und rechtliche Hilfe anbietet, sowie bei der Bewältigung der Probleme helfend zur Seite steht.
Schuldnerberatungen werden in Anspruch genommen, wenn der Schuldner seinen Lebensunterhalt aus eigenen Kräften und mit eigenen Mitteln nicht mehr bestreiten kann, wenn der Schuldner sich in dieser Lebenslage nicht selbst helfen kann oder hierzu keine anderweitige ausreichende Hilfe erhält.
Was macht ein Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Schuldnerberatung?
Ein
Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Schuldnerberatung übernimmt die gleichen Aufgaben wie eine
Schuldnerberatung. Ziel der Beratung ist, dass der finanziell Angeschlagene eine solche Selbsthilfe erfährt, dass er sich ein menschenwürdiges Leben selbst sichern kann, d.h. die elementaren Lebensbedürfnisse (z.B. Wohnung, Strom, Wasser, Nahrung) des Ratsuchenden und ihrer Angehörigen, müssen durch Ausschöpfung aller Möglichkeiten möglichst zeitnah gesichert werden, um mittelfristig eine psychosoziale Stabilisierung, sowie eine Aktivierung des Selbsthilfepotentials zu erreichen. Langfristig wird die vollständige Schuldenbefreiung angestrebt. Um diese Ziele zu erreichen, überprüft der
Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Schuldnerberatung zunächst die finanzielle Lage der ratsuchenden Person und versucht bei vorhandenen finanziellen Möglichkeiten angemessene Zahlungsvereinbarungen (z.B. Ratenzahlungen oder Stundungen) mit den Gläubigern zu erreichen.
Außergerichtlicher Einigungsversuch
Kann der Schuldner seine Zahlungsverpflichtungen innerhalb von 6 Jahren aus dem aktuell verwertbarem Vermögen und dem pfändbarem Anteil seines Arbeitseinkommens nicht erfüllen, so gilt er als überschuldet. Zunächst wird in der Regel ein außergerichtlicher Einigungsversuch gestartet. Die Gläubiger werden dazu vom Rechtsanwalt über den Schuldenregulierungsversuch informiert und gebeten, eine auf einen Stichtag bezogene Forderungsaufstellung an die Schuldnerberatung binnen einer gesetzten Frist zu senden. Anhand der Gesamtforderungshöhe wird den Gläubigern ein Angebot für eine Quotenzahlung unterbreitet, d.h. der Rechtsanwalt bietet den Gläubigern eine Teilzahlung an und im Gegenzug verzichtet der Gläubiger auf die restliche Forderung. Ein außergerichtlicher Einigungsversuch kommt nur zustande, wenn alle Gläubiger diesem Vorschlag zustimmen. Je niedriger die angebotene Quote ist, desto geringer ist auch die Chance auf das Zustandekommen eines solchen Einigungsversuchs.
Insolvenzverfahren
Kommt ein außergerichtlicher Einigungsversuch nicht zustande, so begleitet der
Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Schuldnerberatung seinen Mandanten in das Insolvenzverfahren. Die Insolvenzordnung ermöglicht den überschuldeten Personen mithilfe eines Insolvenzverfahrens eine Schuldenbefreiung durch einen Gerichtsbeschluss. Diese Restschuldbefreiung kann nach einer sechsjährigen Treuhandzeit erreicht werden.