Buchführung
Mit dem Begriff
Buchführung werden die Werkzeuge bezeichnet, die es einem Organismus (wie einem Unternehmen, einer staatlichen Institution, einem Verein oder auch einem Privathaushalt) ermöglichen,
sämtliche Geschäftsvorgänge zu erfassen und übersichtlich aufzuzeichnen. In der Buchführung lässt sich zwischen
Finanz-Buchführung (aus der regelmäßig Bilanzen erstellt werden) und
Betriebs-Buchführung (Erfassung der Kosten im Betrieb, wichtig für die Kalkulation von Preisen) unterscheiden.
Neben Planungsrechnung und der betriebswirtschaftlichen Statistik, zählt die
Buchführung zum Komplex des
betrieblichen Rechnungswesens. Die Buchführung wird häufig auch mit dem Begriff
Buchhaltung bezeichnet.
Geschichte der Buchführung
Schon bei den Sumerern und im alten Ägypten wurden Aufzeichnungen über wirtschaftliche Vorgänge geführt. Diese frühe
Buchführung wurde im Laufe der Zeit nach und nach systematisiert und perfektioniert.
Aus dem Mittelalter stammt das bis heute praktizierte System der "doppelten
Buchführung". Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die bis dahin nebeneinander existierenden Techniken der Buchführung Zug um Zug vereinheitlicht. In der gleichen Zeit wurde auch die Rechnung nach Geschäfts- beziehungsweise Kalenderjahr inklusive einem turnusmäßigen Buchführungsabschluss relevant.
War die
Buchführung früher hauptsächlich handschriftlich, brachten Errungenschaften wie diverse Durchpausverfahren, die ersten Schreibmaschinen und später die ersten automatischen Systeme zur Buchführung eine signifikante Arbeitserleichterung. Mit dem Siegeszug der elektronischen Datenverarbeitung wurde auch die Buchführung in ein neues Zeitalter katapultiert. Die für die Buchführung relevanten Daten werden Heute meist komplett elektronisch erfasst und weiterverarbeitet. Durch Netzwerke wie das Internet ist mittlerweile auch der schnelle Transfer von Buchführungsdaten kein Problem mehr.
Wer führt die Buchführung durch?
Die technologischen Errungenschaften eröffnen besonders kleineren Unternehmen und Privatpersonen neue Möglichkeiten:
Buchführung wird häufig ausgelagert und kostengünstig von externen Buchführungs-Dienstleistern durchgeführt.
In größeren Unternehmen existiert meistens eine eigene Buchhaltungsabteilung, die sich um die
komplette Buchführung kümmert. In mittelständischen Unternehmern sowie in Kleinunternehmen wird die
Buchführung nicht selten vom Geschäftsführer erledigt.
Bedeutung der Buchführung
Die
Buchführung gibt jederzeit Überblick über Geschäftsvorgänge und wirtschaftliche Lage einer Unternehmung. Wichtig ist die Buchführung somit in erster Linie für den Unternehmer selbst. Nur auf Basis der Buchführung kann er aktuelle Vorgänge und künftige geschäftliche Ausrichtung beurteilen und steuern. Wichtig ist die Buchführung auch für (potentielle) Kapitalgeber. Sie entscheiden häufig auf Basis der durch die Buchführung bereitgestellten Daten, ob sie Geld in ein Unternehmen investieren oder nicht.
Zusätzlich gilt in Deutschland eine gesetzlich verankerte Buchführungspflicht. Geregelt wird diese im Handelsrecht sowie im Steuerrecht. "Freie" Berufe wie der des Arztes, des Rechtsanwalts oder des Steuerberaters sind von der Pflicht zur
Buchführung ausgenommen.