Geigenbau
Der
Geigenbau ist ein Handwerk, das sich mit der
Herstellung von Streichinstrumenten wie Violine, Cello, Kontrabass und Bratsche sowie in einigen Fällen mit der Herstellung von Streichbögen befasst. Allerdings werden Streichbögen oft nicht im
Geigenbau hergestellt, sondern von einem Bogenmacher.
Der
Geigenbau ist ein konservativer Beruf, der noch heute jahrhundertealte Handwerkstechniken einsetzt. Der Bau eines guten Instrumentes kann länger als drei Monate dauern und umfasst in der Regel rund 500 Arbeitsschritte. Der
Geigenbau ist eng mit dem Zupfinstrumentenbau verwandt, so dass viele
Geigenbauer auch Lauten, Gitarren, Drehleiern oder Harfen herstellen.
Geschichte des Geigenbaus
Als eigenes Handwerk entstand der
Geigenbau um 1525 mit der Einführung der Violine. Davor wurden Streichinstrumente eher von Lauten- und Gambenbauern hergestellt. Zu den berühmtesten ersten
Geigenbauern zählen Andrea Amati, der von dem französischen König den Auftrag über einen
Geigenbau bekam, und Gasparo da Salò, der Violinen, Streichbässe und Bratschen herstellte. Da Salò gründete in Brescia eine eigene Schule für den
Geigenbau.
Heutzutage sind vor allem die Städte Leipzig, Markneukirchen, Randeck, Bubenreuth, Mittenwald, Nürnberg und Füssen für den deutschen
Geigenbau bekannt. Besonders das Füssener Land hat durch seinen Lauten- und Geigenbau große Bedeutung erlangt. Aus dieser Region sind hunderte Namen von berühmten Geigen- und Lautenmachern bekannt.
Die Arbeitsweise beim Geigenbau
Um ein gutes Instrument herzustellen, benötigt man im
Geigenbau das richtige Material. Man verwendet unterschiedliche Holzarten wie Fichte und Ahorn für den Korpus, Ebenholz oder andere Harthölzer für Saitenhalter, Griffbrett und Wirbel. Die Decke selbst wird oftmals aus Fichte gefertigt. Die Qualität vom Deckenholz spielt eine entscheidende Rolle für den Klang des Instruments. Im
Geigenbau braucht es deshalb für die Decke Fichtenholz von geringer Dichte und mit gleichmäßig verlaufenden Jahresringen.
Nach der Wahl des Materials spielt im
Geigenbau die Modellfrage eine wichtige Rolle. Der
Geigenbauer muss sich überlegen, ob er ältere Modelle kopiert oder neue Entwürfe anfertigt. Meist hält man sich im
Geigenbau allerdings an die Maße der großen Geigenbau-Meister wie Stradivari, Amati und Guarneri. Ist die Modellfrage geklärt, stellt der
Geigenbauer vorerst die Geigeninnenform und Schablonen für den Boden- und den Deckenumriss und die Halsschablone her.
Auf den Boden werden die Zargenteile aufgeschachtelt, danach das Griffbrett gewölbt und eine geschnitzte Schnecke angebracht. Darauf folgt das Lackieren der Geige, was im
Geigenbau auch als Geigenlack bezeichnet wird. Zum Leimen verwendet man im
Geigenbau Glutinleime, die im trockenen Zustand härter als moderne Weißleime sind. Dann ist die handwerkliche Arbeit fast beendet, nun muss der
Geigenbauer noch die Wirbel einpassen, das Instrument polieren und die Saiten aufziehen.
Weitere Arbeiten die im Geigenbau anfallen
Mit der handwerklichen Arbeit allein ist es allerdings noch nicht getan. Um ein gutes Instrument zu erhalten, muss der
Geigenbauer es wochenlang einspielen und sich notieren, welche Töne noch nicht gut klingen. Anschließend erfordert es großes handwerkliches Geschick, die Geige wieder zu öffnen und die richtigen Holzschichten so abzutragen, dass sie die Töne verbessern.
Außerdem kommen Kunden auch zum
Geigenbauer, um sich Streichinstrumente restaurieren, konservieren und reparieren zu lassen.