Orthopädietechnik
Mit dem Begriff
Orthopädietechnik bezeichnet man ein Fachgebiet innerhalb der Medizintechnik. In der Orthopädietechnik werden in erster Linie Prothesen und Orthesen, die zuvor vom Arzt verordnet wurden, individuell angefertigt.
Hergestellt und/oder vertrieben werden zusätzlich auch
Bandagen,
Korsetts,
Rollstühle,
spezielle Krankenbetten und weitere Reha-Produkte.
Orthopädietechnik als Beruf
Früher wurde die
Orthopädietechnik als "
Orthopädiemechanik" bezeichnet. 1991 wurde der Fachberuf des Bandagisten aufgrund der großen Ähnlichkeit der beiden Berufe mit dem des
Orthopädiemechanikers zusammengelegt. 1998 wurde für dieses Gewerbe schließlich die Bezeichnung Orthopädietechnik eingeführt.
Der Beruf der
Orthopädietechnik ist in Deutschland ein gesetzlich definierter Ausbildungsberuf. Die Berufsausbildung nimmt dreieinhalb Jahre in Anspruch. In der Orthopädietechnik selbstständig machen kann sich nur, wer die Meisterprüfung erfolgreich absolviert hat.
Was wird in der Orthopädietechnik hergestellt?
In der
Orthopädietechnik werden in erster Linie
Prothesen und
Orthesen konzipiert und hergestellt:
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Prothesen: Sie bezeichnen einen in der
Orthopädietechnik künstlich hergestellten Ersatz für Gliedmaßen, Organe oder einzelne Teile von Organen.
Prothesen im Körper werden "
Endoprothesen" oder auch "
Implantate" genannt, Prothesen die sich außerhalb des Körpers befinden "
Exoprothesen". Die besondere Herausforderung für die Orthopädietechnik besteht darin, eine höchstmögliche funktionelle Ähnlichkeit mit dem zu ersetzenden Körperteil zu erreichen. Waren früher Prothesen mit einer rein ästhetischen Funktion (zum Beispiel
Armprothesen, mit denen keine Greiffunktion ausgeführt werden konnte) weit verbreitet, werden durch den technischen Fortschritt auch für die Orthopädietechnik immer komplexere Anwendungen (bis hin zu
mikroprozessorgesteuerten Armprothesen, die die Bewegung von Hand und Fingern erlauben) möglich. Die Orthopädietechnik muss nicht nur mit dem technischen Fortschritt mithalten: eine Vielzahl an (neuen) Materialien und Herstellungstechniken erfordern eine Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung und zur engen Zusammenarbeit mit Experten anderer Fachgebiete.
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Orthesen: Im Gegensatz zu
Prothesen ersetzen sie ein Körperteil nicht völlig, sondern unterstützen es, falls eine uneingeschränkte Funktion anders nicht mehr möglich ist. Häufig muss die
Orthopädietechnik eine Orthese anfertigen, wenn ein Stellungs- oder Haltungsfehler korrigiert werden soll. Nach Unfällen oder Verletzungen werden Orthesen zur Stabilisierung oder Ruhigstellung (zum Beispiel
Halskrausen) verordnet. Als Orthesen bezeichnet man in der Orthopädietechnik auch
orthopädische Korsette. Hier wird zwischen
passiven Rückenorthesen (entlasten und unterstützen die Wirbelsäule) und
aktiven Rückenorthesen (korrigieren eine Fehlstellung der Wirbelsäule) unterschieden.
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Bandagen: Sie werden auch als
Schutz- oder Stützverbände bezeichnet. Es handelt sich um weiche, flexible Stoffstücke, die in der
Orthopädietechnik hergestellt werden und verletzte Körperteile vor Schmutz schützen und Gelenke stabilisieren sollen. Bei sportlicher Betätigung werden Bandagen häufig zum vorbeugenden Schutz der Gelenke angelegt. Die Orthopädietechnik bietet die
Herstellung von individuell angepassten Bandagen an.
Bei Produkten die nicht in der
Orthopädietechnik hergestellt werden, erfüllen
Orthopädietechniker die wichtige Funktion einer fachlichen Beratung beim Kauf, erklären die fachgerechte Verwendung der Produkte und nehmen gegebenenfalls individuelle Anpassungen vor.