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Brancheninfo: Perücken

Perücken

Eine Perücke (vom französischen "peruque", Haarschopf) ist eine auf dem Kopf tragbare Imitation von natürlich getragenen Haaren. Perücken dienen dem Träger als Ersatz oder Ergänzung für die eigenen Kopfhaare. Zum Einsatz kommen sie beispielsweise bei Krebskranken, die aufgrund einer Chemotherapie an Haarausfall leiden, oder auch im Theater und im Film als Kostümierung.
Eine Firma, die Perücken und Toupets anbietet, produziert diese meist aus Naturhaar oder Synthetik-Materialien, rechnet mit der Krankenkasse ab, verkauft fertige Perücken oder stellt Perücken nach Maß her und bietet Klinik- oder Hausbesuche an.

Herstellung einer Perücke

Perücken werden aus künstlichen oder aus echten Haaren hergestellt. Die echten Haare stammen meist von Menschen, die finanziell schwach sind und sich ihr Einkommen durch den Verkauf der eigenen Haare aufbessern wollen - oftmals kommen die Haare für Perücken aus Indien. Nach dem Schneiden werden sie gewaschen, sortiert, gekraust und gefärbt. Für eine 60 Zentimeter lange Damenperücke benötigt man bis zu 400 Gramm Haare.
Daneben gibt es noch Perücken aus Kunsthaar-Materialien wie beispielsweise Kanekalon. Perücken für Film und Theater werden oft auf feinen Tüll geknüpft, den man schon aus geringer Entfernung nicht mehr sieht, so dass beim Durchblick auf die Kopfhaut ein natürliches Aussehen entsteht.

Die Geschichte der Perücke

Perücken gab es bereits im alten Ägypten und im römischen Reich, sowohl für Männer als auch für Frauen. Im Mittelalter trugen unverheiratete Frauen ihre Haare offen - verheiratete Frauen hingegen trugen eine Haube über ihren Haaren.
Große Beliebtheit erlangten die Perücken im Barock, 1565 entstand in Paris sogar eine eigene Innung für Perückenmacher. Als Ludwig XIV Perücken benutzte, um sein schütteres Haar zu bedecken, wurden die Kopfbedeckungen zu einem Standessymbol der damaligen Zeit und zu einem Attribut der höfischen Kleidung. Nach 1700 wurden weiß gepuderte Perücken zunehmend beliebter. Hergestellt waren sie meist aus Ross- oder Ziegenhaar, Flachs oder Hanf und hatten waagerechte Locken.
In Deutschland kassierte man sogar eine Steuer auf Perücken. Bauern und Handwerker benutzten meist keine Perücke, Soldaten und Reisende oft kurze Modelle. Die unteren Schichten durften ihre Perücken nicht pudern.
Das Aus der Perückenmode kam vor der Französischen Revolution. Perücken kamen nie wieder so sehr in Mode, wie zu der Zeit Ludwig des XIV, bis auf eine kurze Modeerscheinung in den 1960er Jahren. Heutzutage werden Perücken eher aus medizinischen Gründen getragen, wie bei Haarlosigkeit nach einer Chemotherapie, als Bestandteil von Amtstrachten oder auf Theaterbühnen.

Schwabing

Schwabing

Schwabing ist ein Stadtviertel nördlich der Münchner Innenstadt. Schwabing besteht aus den Bezirken Schwabing-West (Stadtbezirk 4) und Schwabing-Freimann (Stadtbezirk 12). Schwabing-West ist ca. 437 Hektar groß, Schwabing-Freimann 2500 Hektar. Insgesamt leben in den beiden Bezirken ungefähr 114000 Münchnerinnen und Münchner.
Schwabing zählt bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen zu den beliebtesten Stadtvierteln Münchens.

Lage und Verkehrsanbindung von Schwabing

Die Stadtbezirke die Schwabing ergeben, liegen im Münchner Norden. Die östliche Grenze von Schwabing bilden der Englische Garten und die Isar, die westliche der Stadtteil Neuhausen. Im Norden liegen die Stadtviertel Milbertshofen und Freimann. Im Süden grenzt Schwabing an die Maxvorstadt, Schwabing (und die bekannte Leopoldstraße) beginnen am Siegestor.
Verkehrsmäßig ist Schwabing äußerst gut erschlossen. Das Viertel wird von den U-Bahnlinien U3 und U6 sowie von mehreren Bus- und Tramlinien bedient. Die Innenstadt sowie der Hauptbahnhof sind so jeweils in nur wenigen Minuten zu erreichen. Auch für Autofahrer ist Schwabing aufgrund der Nähe des Mittleren Rings gut zu erreichen. Die Autobahn A9 Richtung Nürnberg beginnt in Schwabing.

Die Geschichte von Schwabing

Schwabing kann auf eine längere Geschichte zurückblicken, als die Stadt München. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schwabing als "Svapinga" um 782 (Zum Vergleich: München wurde erst 1158 gegründet).
Der Name geht vermutlich auf den Gründer des Dorfes, einen aus Schwaben stammender Siedler ("Svapo" genannt), zurück. 1886 erlangte Schwabing den Status einer Stadt. 1890 wurde dann die Eingemeindung von Schwabing in die Stadt München durchgeführt.

Schwabing als kulturelles Zentrum Münchens

Mit der Gründung der Universität wurde München um die Jahrhundertwende zu einem der kulturellen Zentren in Deutschland. Das Stadtviertel Schwabing nimmt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle ein: zusammen mit der Maxvorstadt (wo die Universitäten beheimatet sind) war Schwabing die Wirkungsstätte der Wahl vieler bekannter Künstlerinnen und Künstler. Zu den bekanntesten gehören die Mitglieder der Künstlergruppe "Blauer Reiter" um den Maler Wassily Kandinsky, Paul Klee, Franz Marc und die Literaten Heinrich und Thomas Mann, Frank Wedekind, Rainer-Maria Rilke, Ludwig Thoma, Lion Feuchtwanger, Joachim Ringelnatz und viele mehr.
Auch politisch spielte Schwabing häufig eine wichtige Rolle. In Schwabing wohnten die Hauptprotagonisten der bayrischen Räterevolution, Wladimir Iljitsch Lenin verbrachte einige Jahre in Schwabing und die Schwabinger Krawalle in den 60er Jahren waren eine der ersten Jugendrevolten Europas, die später in die 68er Bewegung mündeten.

Die beliebtesten Orte in Schwabing

Schwabing ist bei den Münchnern in erster Linie wegen dem besonderen Flair und der hohen Lebensqualität beliebt. So belegt die Leopoldstraße (die vom Siegestor zur Münchner Freiheit führt) mit ihren zahlreichen Straßencafés und Geschäften unangefochten den ersten Platz unter den Münchner Flaniermeilen. Zum Verweilen laden auch das Atrium und der Park an der Münchner Freiheit ein. Darüber hinaus ist der Englische Garten, der weltweit größte innerstädtische Park, von Schwabing aus in nur wenigen Minuten zu erreichen.