Reisemedizin
Mit dem Begriff
Reisemedizin wird das Fachgebiet der Medizin bezeichnet, das auf
medizinische Leistungen im Zusammenhang mit Reisen spezialisiert ist.
Die
Reisemedizin kümmert sich um die
Beratung und Krankheitsvorbeugung vor Antritt der Reise, sowie um die
Diagnose und Behandlungen von Krankheiten, die im Zusammenhang mit einer Reise auftreten.
Bedeutung der Reisemedizin
Die Mobilität der Menschen nimmt stetig zu. Die Reisen erfolgen dabei sowohl aus geschäftlichen, als auch aus privaten Gründen. Immer häufiger sind dabei tropische beziehungsweise subtropische Länder Reiseziele. Gerade (aber nicht nur) bei Reisen in diese Länder kann eine große Anzahl an Krankheiten auftreten.
Hier wird die immense Bedeutung der
Reisemedizin deutlich. Sie hilft, etwaige Risiken bereits im Vorfeld zu minimieren. Tritt dennoch eine Erkrankung auf, kann die Reisemedizin auf einen umfangreichen Erfahrungsfundus zurückgreifen, wie bestimmte Symptome die im Zusammenhang mit Reisen in bestimmte Länder auftreten, am besten diagnostiziert und anschließend durch die Reisemedizin behandelt werden können.
Wer arbeitet im Fachgebiet der Reisemedizin
In erster Linie fällt die Zuständigkeit für die
Reisemedizin in das Gebiet der Tropenmedizin. Speziell ausgebildete Tropenmediziner sind hierbei ausschließlich auf Erkrankungen spezialisiert, die in der tropischen oder subtropischen Klimazone auftritt.
Allerdings sind in Deutschland nur wenige Ärzte auf Tropenmedizin spezialisiert. Deshalb werden die in der
Reisemedizin betreffende Tätigkeiten auch häufig von Allgemeinärzten ausgeführt - besonders, wenn es sich um Reisen in weniger exotische Länder oder einfach zu behandelnde, in der Reisemedizin gut erforschte Erkrankungen handelt.
Vorgehen der Reisemedizin
Im Vorfeld einer Reise setzt die
Reisemedizin insbesondere auf Prophylaxe. Die
Behandlung von Krankheiten durch die Reisemedizin nach einer Reise kann durch eine effektive Vorbeugung meist vermieden werden. Die in der Reisemedizin zur Vorbeugung durchgeführten Schritte bestehen aus:
- Aufklärung: Hierbei informiert die
Reisemedizin über
gesundheitliche Risiken im Zielland. Häufig reichen einfache Verhaltensregeln wie Hygienetipps oder Informationen zu Ernährung und lokalen Gegebenheiten, um (insbesondere einfache) Erkrankungen (wie Durchfall, Sonnenbrände etc.) zu verhindern. Diese Informationen hält die Reisemedizin für jedes Land bereit. Häufig sind sie auch im Internet abrufbar. Gerade bei
Reisen in exotische Länder ist es aber weiterhin unerlässlich, einen auf
Reisemedizin spezialisierten Arzt aufzusuchen.
-
Medikamentöse Prophylaxe: Für manche Krankheiten gibt es eine
medikamentöse Vorbeugung. Dies ist zum Beispiel bei Malaria der Fall. Bei
Reisen in Malaria-Risikogebiete informiert die
Reisemedizin über medikamentöse und andere Schutzmechanismen (wie Moskitonetze, spezielle Lotionen etc...)
-
Impfungen: Gegen zahlreiche
Infektionskrankheiten beugt die Reisemedizin mittels Impfungen vor. Neben den gängigen Standardimpfungen (
Tetanus,
Diphtherie), die ohnehin vorhanden sein sollten, sind in der
Reisemedizin besonders
Impfungen gegen Hepatitis A und B, Kinderlähmung, Tollwut, Typhus, Cholera, FSME (eine durch infizierte Zecken übertragene Krankheit) üblich.
Sollte dennoch eine Krankheit im Zusammenhang mit der Reise auftreten, wendet die
Reisemedizin die diversen ambulanten und stationären Behandlungsmethoden an, die ihr zur Verfügung stehen.