Sportmedizin
Der Begriff
Sportmedizin bezeichnet eine medizinische Teildisziplin. Die
Sportmedizin diagnostiziert und therapiert nach
Sportverletzungen und
Sportunfällen sowie bei Auftreten von chronischen Leiden. Zusätzlich zur Behandlung werden Bewegungsabläufe und ihre Wirkung auf den gesunden und kranken Körper erforscht. In Deutschland betreiben
Ärzte der Sportmedizin nach einer multidisziplinären Zusatzausbildung. In anderen europäischen Ländern werden sogar eigene Studiengänge für
Sportmedizin angeboten.
Der Stellenwert der Sportmedizin in Deutschland
20% aller Unfälle in Deutschland geschehen im Zusammenhang mit der Ausübung von Sport. Somit sind über 2 Millionen Verletzte jährlich ein Fall für die
Sportmedizin. In letzter Zeit wird - insbesondere im Zusammenhang mit der desolaten Finanzlage im Gesundheitssektor - immer häufiger debattiert, ob die Kosten für die
Sportmedizin durch die Betroffenen selbst getragen werden sollten, anstatt durch die Gesellschaft. Für Sportler könnten in diesem Zusammenhang spezielle Zusatzversicherungen für
Sportmedizin angeboten werden.
Die
Sportmedizin in Deutschland genießt weltweit einen sehr guten Ruf. Es existieren zahlreiche Privatpraxen von Ärzten, die auf
Sportmedizin spezialisiert sind, und sogar Krankenhäuser, die sich ausschließlich mit
Sportmedizin beschäftigen.
Was wird in der Sportmedizin behandelt?
Am häufigsten behandelt die
Sportmedizin Prellungen und
Verstauchungen, gefolgt von
Knochenfrakturen,
Verrenkungen und
Verletzungen und
Risse von Sehnen, Bändern, und Muskeln bzw. Muskelfasern.
In der
Sportmedizin wird zwischen zwei Arten von Verletzungen unterschieden:
-
Exogene Verletzungen: Diese
Verletzungen zieht sich der Sportler ohne Einwirkung von Außen zu.
-
Endogene Verletzungen: So werden von der
Sportmedizin Verletzungen bezeichnet, die im Wettkampfkontakt mit einem sportlichen Gegner entstehen.
Die Erfahrung in der
Sportmedizin zeigt, dass für jede Sportart einige typische
Verletzungen auszumachen sind. Ein Beispiel ist der so genannte
Tennisarm, den die
Sportmedizin eine "chronische Beschwerde" nennt. Diese chronischen Leiden sind neben der Behandlung von Unfallpatienten eine besondere Herausforderung für die
Sportmedizin. Bei chronischen Leiden handelt es sich um eine lang anhaltende oder sich langsam entwickelnde Krankheit, deren Ursachen die
Sportmedizin auf den Grund gehen muss.
Prävention und Prophylaxe in der Sportmedizin
Neben akuten Verletzungen und chronischen Leiden beschäftigt sich die
Sportmedizin auch immer mehr mit der Vorbeugung von Unfällen und Krankheiten. Die
Sportmedizin hilft dem Sportler dabei, sein Training durch das Erstellen von Plänen und die kontinuierliche Betreuung durch die
Sportmedizin zu optimieren und gesund zu gestalten.
In der Forschung ist die
Sportmedizin an der Entwicklung von besonders schonender und schützender Ausrüstung wie zum Beispiel Protektoren oder speziellen Bandagen beteiligt.
Zusätzlich kümmert sich die
Sportmedizin um die Schulung von Sportlern, Sportlehrern und Ausbildern in Schulen und Sportvereinen. So hat die
Sportmedizin zum Beispiel das PECH-Schema entwickelt, das bei Verletzungen angewendet werden soll: PECH ist ein Akronym für Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Werden die Ratschläge der
Sportmedizin befolgt, kann unter Umständen eine weitere Behandlung in einer
Sportmedizin-Praxis erspart bleiben.