Urologe München
Ein
Urologe ist ein
Facharzt, der sich mit der
Prävention und Behandlung von Krankheiten und Funktionsstörungen an den harnbildenden und harnableitenden Organen (Niere, Harnblase, Harnröhre) und den Geschlechtsorganen des Mannes (Hoden, Nebenhoden, Samenbläschen, Samenleiter, Penis, Prostata) befasst. Die Arbeit des
Urologen überschneidet sich teilweise mit den Gebieten der Nephrologie, Neurologie, Gynäkologie, Onkologie und Chirurgie.
Die Geschichte des Urologen
Blasenkatheter und Operationen von Blasensteinen kannte man bereits ungefähr 1000 v. Chr. in Ägypten. Auch im antiken Griechenland half ein
Urologe bei
Störungen des Wasserlassens und Blasensteinen. Im Mittelalter operierte kein
Urologe bei Steinleiden - dafür gab es so genannte Steinschneider oder auch Hebammen. Große Fortschritte konnte man auf dem Gebiet der
Urologie im Mittelalter nicht verzeichnen. Erst ab dem 16. Jahrhundert übernahmen Chirurgen die Operation von
Steinleiden und durch den Buchdruck konnte
urologisches Fachwissen weiter verbreitet werden.
Mit der zunehmenden Industrialisierung und verbesserter Technik im 19. und 20 Jahrhundert entwickelte sich die
Urologie rasant fort. Neue Materialien wie Kautschuk oder Stahl und die Nutzung von Röntgenstrahlen spielten im Beruf des
Urologen nun eine entscheidende Rolle. Die
Steintherapie wurde immer besser, dazu entwickelte man die Endoskopie und die Nieren- und Prostatachirurgie. 1890 übernahm Felix Guyon den ersten Lehrstuhl für
Urologie. Nach dem zweiten Weltkrieg hielten weitere bahnbrechende Erfindungen und Entdeckungen in der
Urologie Einzug. 1980 wurde am Münchner Klinikum Großhadern erstmals ein
Nierenstein von außen zertrümmert.
Der Beruf des Urologen
Ein
Urologe muss nach einem abgeschlossenem Medizinstudium eine fünfjährige Weiterbildung absolvieren. Dazu gehören 12 Monate stationäre Patientenversorgung in der Chirurgie, 6 Monate in einem anderen Fachgebiet und 12 Monate ambulante Patientenversorgung (beispielsweise bei einem niedergelassenen
Urologen). Außerdem muss ein
Urologe eine bestimmte Anzahl von Operationen nachweisen können.
Diagnosen und Krankheitsbilder der Urologen
Folgende Krankheiten behandelt ein
Urologe:
Akutes Nierenversagen, Akutes Skrotum, Balkenblase, Blasenentleerungsstörung, Blasenkrebs, Blasenruptur, Diabetes insipidus, Doppelniere, Dysgerminom, Eichelentzündung, Epispadie, Frenulum breve, Harninkontinenz, Harnstein, Harnwegsinfektion, Hodenkrebs, Hodentorsion, Hodentumor, Hufeisenniere, Hydronephrose, Hydrozele, Hypospadie, Keimzellentumor, Lageanomalie des Hodens, Markschwammniere, Meatusstenose, Nephrosklerose, Nierenbeckenkarzinom, Nierenkolik, Nierenkrebs, Phimose, Prostatakrebs, Penisfraktur, Peniskarzinom, Refluxnephropathie, Reizblase, Seminom, Spermatozele, Tenesmus vesicae, Urethritis, Varikozele, Wanderniere, Zystenniere, Zystitis.
Ein
Urologe wendet häufig folgende diagnostische Verfahren an: Spermiogramm, Miktionszystourethrogramm, Phallografie, Pyelogramm, Spermienpenetrationstest, Hodentastuntersuchung, Blasenablass, Blasenkatheter, Ausscheidungsurographie, Uroskopie, Urinuntersuchung, Zystoskopie.