Zimmerei
Mit dem Begriff
Zimmerei bezeichnet man einen Betrieb, der Holz zu Bauwerken, Konstruktionen und Bauteilen verarbeitet. Anders als ein klassischer Holzverarbeitender Betrieb führt eine
Zimmerei auch Dachdecker- und Treppenbauarbeiten aus.
Wurden in einer
Zimmerei früher nur Massivholz sowie Furniere und Schnittholz verwendet, wird in den letzten Jahren auch vermehrt Metall und Plastik eingesetzt, um ein optimales und kostensparendes Ergebnis zu erreichen.
Aufbau einer Zimmerei
In so gut wie jeder
Zimmerei findet sich ein großer Lagerbereich (zum Lagern von Holz, das dann in der
Zimmerei verarbeitet wird), eine Maschinenhalle, in der das Material verarbeitet wird, sowie meist ein Abbundplatz (dort werden die gefertigten Bauteile vormontiert). Die meisten
Zimmerei-Betriebe haben sich in den letzten Jahren Zug um Zug modernisiert, neue Technologien haben Einzug gehalten und gestalten Arbeitsabläufe in der
Zimmerei immer rationeller und vor allem zeitsparender.
Die Arbeit in einer
Zimmerei ist heute nicht mehr mit dem klassischen
Zimmermanns-Holzbau aus dem 19. Jahrhundert zu vergleichen: mehr und mehr treten Überschneidungen mit dem Ingenieur-Holzbau auf.
Tätigkeiten einer Zimmerei
Eine
Zimmerei führt eine Vielzahl von Tätigkeiten aus. Der Arbeitsalltag in einer
Zimmerei ist dadurch äußerst vielfältig. Durchgeführt werden:
- Innenausbauten: Die
Zimmerei plant und baut Wand- und Deckenverkleidungen und -verschalungen, Fußbodenbeläge, Treppen und wärme- oder schalldämmende Wände und Decken.
- Konstruktion von Holzbauten: Auch ganze Bauwerke aus Holz sind für die
Zimmerei kein Problem. Vom Carport über Einfamilienhäuser bis hin zu Brücken und Wassertürmen ist alles möglich.
- Konstruktion von Bauwerk-Teilen: Hier fallen insbesondere Dachstühle und Balkone, aber auch ganze Fachwerk-Bauteile in das Aufgabengebiet der
Zimmerei.
Wer arbeitet in einer Zimmerei?
Eine
Zimmerei beschäftigt in erster Linie ausgebildete Zimmerleute. Benötigt werden Materialkenntnisse (der Werkstoff Holz ist extrem vielseitig), technische Kenntnisse (Arbeiten nach exakten Bauplänen sowie das Erstellen dieser) sowie praktische Kenntnisse, damit die Bauprojekte so umgesetzt werden können, wie es vom Kunden gewünscht wird.
Die Arbeit in einer
Zimmerei erfordert ein hohes Maß an Team-Kompetenz (auf einer Baustelle arbeiten zahlreiche verschiedene Handwerker zusammen), aber auch erhebliche Belastungsfähigkeit: In einer
Zimmerei ist körperliche Schwerstarbeit (auch in großer Höhe) an der Tagesordnung. Eine
Zimmerei arbeitet und plant je nach Auftragslage. Der Arbeitsmarkt ist demnach in hohem Maße von der aktuellen Konjunktur abhängig.
Die Ausbildung zum
Zimmerer bzw. zur
Zimmerin ist in Deutschland ein Ausbildungsberuf, der unter das Berufsbildungsgesetz fällt. Die Ausbildung dauert im Durchschnitt 3 Jahre. Es werden zahlreiche Zusatzausbildungen und weiterführende Studiengänge an Universitäten sowie Fachhochschulen angeboten.