Kanalbau
Mit dem Begriff
Kanalbau wird die
Konstruktion von Kanälen bezeichnet, die der Be- beziehungsweise Entwässerung dienen. In der durch den Kanalbau konstruierten Kanalisation wird Frischwasser zugeführt und Abwasser (inklusive Regenwasser) zur Kläranlage geleitet.
Neben dem Kanalisationsnetz an sich beinhaltet der
Kanalbau auch die bauliche Entwicklung von
speziellen Sammel- und Pumpanlagen.
Die Geschichte des Kanalbau
Die Geschichte des
Kanalbau beginnt bereits im Altertum. Bereits damals wurden in den Städten spezielle Leitungen zur Entwässerung konstruiert. Damals konstruierte man im Kanalbau in erster Linie überirdisch. Bei den Römern waren zwar auch oberirdische Schwemmkanalisationen am Meisten verbreitet, gebaut wurden allerdings auch erste unterirdische Systeme.
Erst nach der Industrialisierung wurde der
Kanalbau massiv vorangetrieben. Wien war die erste Stadt in Europa, die vollständig mit einem
Kanalsystem abgedeckt war. Der erste Kanalbau nach modernen Standards erfolgte allerdings mit dem Bau der Hamburger Kanalisation.
Vorgehen im Kanalbau
Früher wurden im
Kanalbau meist Ziegel verwendet, oder die Kanalisation aus Tonrohren konstruiert. Heute haben im Kanalbau andere Materialien Einzug gehalten:
verbreitet sind verschiedene Betonsorten, Stahl oder Kunststoff. Diese im
Kanalbau verbauten Materialien bieten optimale Belastbarkeit und Wirtschaftlichkeit in einem.
Für gewöhnlich wird im
Kanalbau so konstruiert, dass die Kanäle ein Gefälle von ca. 2% aufweisen und das Wasser so von selbst abläuft. Ist dies nicht möglich, stehen dem Kanalbau technische Hilfsmitteln wie Pumpstationen oder Vakuumsysteme zur Verfügung.
Die im
Kanalbau konstruierten Systeme haben meist einen Durchmesser, der von 20cm bis zu mehreren Metern reicht. In größeren Städten sind die Hauptabwasserkanäle gar so groß, dass sie mit einem Schiff befahren werden können. Vor dem Kanalbau wird die im Einzelfall benötigte Größe genau berechnet. Im Kanalbau wird darauf geachtet, dass die Kanalisation nur im Extremfall (beispielsweise bei starkem Regen) voll ausgelastet ist.
Zur Durchführung von Arbeiten werden beim
Kanalbau auch gesonderte Wartungsschächte konstruiert, die eine optimale Funktionsprüfung und Instandhaltung erlauben.
Die verschiedenen Entwässerungssysteme im Kanalbau
Je nach Anwendungszweck und -ort wird beim
Kanalbau zwischen verschiedenen Systemen unterschieden. Zu den gängigsten gehören:
- Mischkanalisation: Hier wird der
Kanalbau so durchgeführt, dass eine
gemeinsame Entwässerung von Haus-, Industrie- und Regenabwässern erfolgt. In Deutschland dominiert diese Form den Kanalbau. In einer abgeschwächten Form lässt man Regenwasser, das nicht behandelt werden muss, vor Ort versickern.
- Trennkanalisation: Hier konstruiert der
Kanalbau so, dass die Regenabwässer in einem gesonderten Kanal bearbeitet werden.
- Andere Verfahren: Sie umfassen vor allem
Kanalbau-Systeme, die die Abwässer direkt vor Ort mit Hilfe von speziellen
Klein- beziehungsweise Kleinstkläranlagen klären. Ein Anschluss an ein größeres
Kanalisationssystem ist hier nicht notwendig. Sinnvoll ist diese Form des
Kanalbaus vor allem für abgelegene Häuser und Siedlungen, bei denen ein Anschluss an das öffentliche Kanalnetz zu teuer wäre.